Netzwerktreffen PeriFam MV

Vor zwei Jahren hat das Bündnis „Rund um die Geburt“ den Faden zum Thema peripartale psychische Erkrankungen aufgenommen. Im Mai 2025 folgte die Gründung des Netzwerks PeriFam MV – nach zahlreichen digitalen Treffen, sind rund 40 Mitglieder am 8. Oktober 2026 zum ersten Mal live zusammengekommen. Das Netzwerk widmet sich der psychischen Gesundheit rund um Schwangerschaft und frühe Elternzeit. Es verfolgt klare Ziele: Austausch, Unterstützung, Aufklärung und Fortbildung. Genau diese Aspekte standen auch im Mittelpunkt des Oktober-Treffens.

Die Landesfachstelle KipsFam MV, die Frühen Hilfen MV und der Landeshebammenverband MV hatten ein buntes Programm vorbereitet. Besonders wertvoll an dem Abend war die Vielfalt der vertretenen Professionen und Regionen. PeriFam MV möchte damit einen Beitrag leisten, Wissen und Erfahrungen zu verbinden, Vernetzung zu stärken und gemeinsam Perspektiven für eine bessere Unterstützung von Familien rund um Schwangerschaft und Geburt zu entwickeln.

Im ersten Impulsvortrag gewährte Dr. Susanne Simen, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie am Klinikum Nürnberg, spannende Einblicke in peripartale psychische Erkrankungen und betonte die Bedeutung von Früherkennung und Frühbehandlung. Im Fokus ihres Vortrags stand das Versorgungsprogramm UPlusE und die Erkenntnisse, die daraus gewonnen werden konnten. Die bisherigen Ergebnisse sind vielversprechend und zeigen Möglichkeiten auf, wie die psychische Gesundheit von Schwangeren, Eltern und ihren Kindern gezielt gestärkt werden kann.

Gynäkologin und Bindungsanalytikerin Gisela Albrecht erläuterte dann mit vielen Beispielen und Erfahrungen aus der Praxis, wie Kinder und Eltern von der Bindungsanalyse nach Hidas und Raffei profitieren und wie sich eine vorgeburtliche Bindungförderung auf das ganze weitere Leben auswirken kann. 

Mit dem Termin hat das Netzwerk den Blick auch nach vorn gerichtet. In regionalen Gruppen ging es um Fragen wie: Wie können wir die psychische Gesundheit von Familien rund um Schwangerschaft und Geburt nachhaltig stärken und betroffene Eltern und ihre Kinder frühzeitig erreichen und unterstützen?

Depressionen und andere psychische Belastungen rund um Schwangerschaft und Geburt sind nach wie vor mit Tabus behaftet und werden häufig zu spät erkannt. Dabei sind viele Familien betroffen und die möglichen Auswirkungen auf Eltern und Kinder können weitreichend sein. Umso wichtiger sind niedrigschwellige Zugänge, eine gute Vernetzung der beteiligten Akteur*innen und eine frühzeitige, passgenaue Unterstützung.

Für uns als Landesfachstelle KipsFam MV ist die Bearbeitung des Themas peripartale psychische Erkrankungen von enormer Bedeutung. Denn wenn wir Erkrankungen früh erkennen und behandeln, stärken wir die Eltern-Kind-Bindung. Und es kann so wichtig sein, Leidenszeiten einzudämmen und Chronifizierungen zu verhindern. Unser Ziel ist es, bereits sehr früh in der Entwicklung von Familien versierte und abgestimmte Lösungen und Unterstützungsangebote zu schaffen.

Wir hoffen, dass alle Teilnehmenden die Zeit nutzen konnten, um mit einem echten Mehrwert nach Hause zu fahren, gute Verbindungen zu knüpfen und weitere Verabredungen zu treffen – im Sinne der Familien, für die wir uns gemeinsam einsetzen.

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